Misstrauen und Angst

 

Misstrauen und Angst
Geben sich die Hand.
Das kleinste Niesen wird verdächtig
Mein Hustenreiz, ansonsten normal,
wird plötzlich zur unterdrückten  Qual.

 

Dünn scheint mir die Mauer,
die Todesangst umgibt,
bevor Menschen zu Bestien werden,
nur noch aufs Überleben bedacht.

 

Ein Albtraum, schon öfters beschrieben,
in der Literatur.
Wir kennen die Mechanismen

der Zerstörung, und übersehen oft

die Hoffnung am Horizont.

 

Denn jede Krise
birgt auch eine Chance,
eine Lektion fürs Leben:

 

Wieviele Ärzte baden täglich in Viren
Und werden nicht krank.
Auch Mutter Theresa führte
ein Leben für die Kranken
und sie wurde uralt.

 

Bei allen fällt auf,
sie sind nicht geleitet von Angst,
sondern von einem Grundvertrauen
ins Leben, in die eigene Kraft, oder in Gott.

 

Bei allen fällt auf,
ihr Mitgefühl und liebevolle Fürsorge,
den Bedürftigen gegenüber.
Kein EGO steht im Zentrum
sondern der Wunsch zu helfen.

 

Bei allen fällt auf,
sie alle sind per DU mit dem Tod,
bereit zu gehen,
wenn es an der Zeit ist.
Und doch tun sie alles
um ihn auszutricksen.

 

So heisst denn unsere Lektion:
Vertrauen statt Angst
Empathie und Liebe für die andern
leben im Wissen um den Tod
wertschätzend, intensiv,
im Hier und Jetzt.

 

 

©Mirjam Rigamonti (1.3.2020)

 


Angst vor Ansteckung

 

Krank sein,

gemieden, allein;

mit allen auf Distanz

aus purer Angst.

 

Eingesperrt

Traum-Flügel gestutzt.

Prophylaktisches Ausgangs- und Feierverbot,

aus Angst vor einem möglichen Tod.

 

Krank dahinseuchen

Unter Schläuchen.

Wenn vermummte Gestalten

Distanz zu mir halten.

 

Einsames Sterben

gemieden und allein.

Weit schlimmer scheint mir diese Not,

Als wenn er kommt der echte Tod.

 

Vergiss nicht dennoch Mensch zu sein,

berühre und lass dich berühren,

denn  Liebe  und Vertrauen heilen

mehr als in Panik zu verweilen.

 

©Mirjam Rigamonti (1.3.2020, Text, Bild)

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verstehe…

 

Verstehe…

Dass unsere Leben vergänglich sind,

ein zarter Hauch im starken Wind.

 

Verstehe…

Dass unsere Leben zerbrechlich sind,

schillernde Schmetterlingsflügel im Wind

 

Verstehe…

Dass nur ein kleiner Schritt uns trennt

Von unserm Sein in der geistigen Welt.

 

Verstehe…

Dass jede Garantie und Sicherheit

Uns mehr entfernt von unsrer Wesenheit.

 

Verstehe…

Und lebe in Dankbarkeit

jeden Moment der geschenkten Zeit.

 

Verstehe…

 

 

©Mirjam Rigamonti (2.3.2020Text. Bild pixabay)

 


Corona und seine Nebenwirkungen

 

Eigentlich hat Corona auch einige Vorteile,
sofern wir die Chance packen
und aus der Krise heraus
einen Neuanfang wagen.

 

Bars, Schulen, Veranstaltungen werden geschlossen.
Flüge gestrichen, von unnötigen Reisen abgeraten.
Die Wirtschaft wird verlangsamt,
der Konsum gedrosselt.

 

 

 

 

 

Unsere Erde kann aufatmen,
durch weniger Verdreckung von Luft und Boden;
Der ganze Produktions- und Konsumwahn
Wird gesundgeschrumpft.

 

Wir Menschen werden auf uns selber zurückgeworfen,
können ausscheren aus dem Alltagstrott
und idealerweise anfangen
uns Fragen dem Sinn des Lebens zu stellen.

 

Ein wichtiger Nebeneffekt dieser Stressreduktion ist auch,
dass wir zur Ruhe kommen,
uns im kleinen Kreis begegnen
statt von Ablenkung zu Ablenkung zu driften.

 

Packen wir diese Chance?
Schaffen wir es,
in die Hoffnung,
statt in die Angst zu gehen?

 

Schaffen wir es,
das Sinnhafte unseres wertvollen Lebens,
gerade in der Auseinandersetzung  unserer Vergänglichkeit
zu erkennen?

 

Schaffen wir es,
das Erkannte so zu integrieren,
dass wir nicht in den Alltags-Trott zurückfallen,
kaum ist Normalität wieder eingekehrt?

 

Ich hoffe es!
Für die Gesundheit unseres Planeten
Und für unsere eigene Entwicklung.                        
   

 

©Mirjam Rigamonti Largey (14.3.20 Text)

 



Corona-Blues I

 

Das Positive im Negativen erkennen,
ist scheinbar nicht naheliegend.
Menschen klammern sich lieber
an düsteren Vorstellungen
und lehnen ab,
was nicht hineinpasst.

 

 Es scheint als würden sie alle
eine andere Sprache sprechen.
Unverstandenes wird abgelehnt
und du stehst da wie eine Verräterin,
mit deinem Geschenk,
das niemand will.

 

Ich möchte schreien:
„Kleiner Vogel, flieg!
Der Käfig ist offen.
Doch er schaut mich an
Verständnislos, empört,
als würd ich Ungehöriges verlangen.

 

Ich fühle mich
schuldlos schuldig gesprochen,
weil ich nicht mitsang
im Klagelied der Mutlosigkeit.
So tappen wir weiter im Dunkeln,
und sehen nicht das Licht.

 

 

©Mirjam Rigamonti Largey (17.3.2020, Text)

 


Corona-Blues II

Mir ist kalt!

 

Wärme ausstrahlen
in steriler Verpackung
ist schwierig.

 

Ein Lächeln verschenken
hinter dem Mundschutz
verbirgt das Wesentliche.

 

Warme Gedanken
zu Hause, abgeschottet
verhallten an leeren Wänden.

 

Und doch kann nur Wärme
den Panzer aus Misstrauen und Angst
durchdringen.

 

So dass uns allen warm wird!

 

 

 

 ©Mirjam Rigamonti Largey (17.3.2020, Text und Bild)

 


Corona-Blues III

 

 

Viele

 

Verkriechen

 

Sich lieber

 

Im dunklen Loch.

 

 

Wenn

 

Du ihnen

 

Die Hand reichen willst

 

 

Dann

 

Beissen sie dich…

©Mirjam Rigamonti Largey (17.3.2020, Text, Bild)

 


 

Corona für Kinder

 

Schau mal in Afrika,

 

die leben mit Ebola,

 

die leben mit Hungersnot,

 

sind per du mit dem täglichen Tod.

 

 

 

Drum wandle Angst in Vertrauen,

 

Sorgen in Empathie.

 

Lass uns doch aufs Helle bauen,

 

Hoffnung strahle wie noch nie.

 

 

Mirjam Rigamonti Largey, 17.3.2020 Bild und Text)

 


Eine Frage der Ethik

 

Nun werden sie alleingelassen,
die sterbenden,
Eltern, Partner, geliebte Menschen.

Warum?
Aus Eigenschutz?

Wie hätten sie gehandelt,
als wir noch klein und hilflos waren…?
Was würden wir uns selber
An ihrer Stelle wünschen.

Nun werden sie gemieden,
die Einsamen,
Hilflosen
Vom Schicksal schon vorher gebeutelten.

 

Warum?



Wo bleibt die Mitmenschlichkeit
Im Zeitalter der Angst…?
Was wäre wenn…
wir selber an ihrer Stelle wären…?

 

Ist Menschlichkeit
Mit Eigenschutz
Vereinbar…?


Sind solche Fragen erlaubt,
wenn eigenes Leiden
zu nahen droht…?
Oder stehe ich hier
als Verräterin und Boykotteuring
egoistischer Ängste?

Sind wir so selber Opfer
des Massendrucks?
Bekommen wir darum
einen Maulkorb
weil es uns nicht ums Mitsingen
im übereingekommenen Chor
zumute ist?

Was wäre wenn
Wir hellhörig wären
Bei solchen Fragen?

Was wäre wenn
Jemand laut gefragt hätte,
damals, bevor grosses Unrecht geschehen konnte…?

Sind wir nicht alle
Flüchtlinge,
fliehend vor der  Angst
zu sterben…?

Was wäre wenn
Wir altruistisch handeln würden,
trotz aller Angst…?

 

 

 

 

©Mirjam Rigamonti Largey (21.3.2020 Text, Bild)

 



Bild pixabay


Meinungen, dafür, und dagegen

 

Ist im Grunde nicht Vieles eine Frage des Glaubens?

 

Wir glauben, womit wir aufgewachsen sind
und was in unserem Umfeld üblich und normal ist.
Und einige weichen ab von dieser Norm
- Verräter des Bequem-Gewohnten.

 

Gewusst?
Es gibt Völker, die ekeln sich vor Sand
nicht aber vor Kot.

 

Wir glauben der Wissenschaft,
weil uns gesagt wurde,
dass Zahlen nicht irren können.
Doch einige glauben genauso an Gegenexpertisen,
die mit anderen Werkzeugen messen.

 

Gewusst?
Der Physiker Hans-Peter Dürr sagt in etwa:
Unser Verstand ist wie ein Fischernetz.
Die  Maschenweite bestimmt unsere Realität.

 

Wir glauben an Gott, Allah, Buddha und andere Götter.
Wir bauen ganze Theorien darum herum
und sind überzeugt,
von dessen Wirklichkeit.

 

Gewusst?
Viel Leiden entsteht dadurch,
dass wir die Essenz aller Religionen, die Liebe,
nicht wahrnehmen
und uns stattdessen um Auslegungen streiten

.

 

 

 

Obwohl alles auf Glauben beruht
haben wir immer die Wahl
woran wir  glauben wollen.
Doch statt uns darüber zu streiten
wer denn nun recht hat,
sollten wir einen neuen Massstab hervornehmen:

 

Glauben wir das,
was am wenigsten Schaden anrichten kann.
Im Wissen, dass um jede Frage herum
noch viele andere Wahrheiten möglich sind.

 

Halten wir uns also bei einer ansteckenden Seuche
an die Quarantäne-Vorlagen,
so minimieren wir mögliche Ansteckungen,
schützen geschwächte Menschen
vor einer Krankheit,
die ihre Kräfte übersteigen könnte.

 

Und als positiven Nebeneffekt
ermöglichen wir Heilung,
indem unser krankes System
entschleunigt wird.
Die Luft wird besser,
die Menschen besinnen sich wieder
an andere Werte,
anstelle von Arbeit, Ablenkung und Konsum.

 

Wir haben die Wahl!
Wählen wir weise
mit der grösstmöglichen Schadensbegrenzung. 
Und wählen wir so,
dass wir uns vor möglichen Hintergedanken
vorsehen und schützen.

 

 

 ©Mirjam Rigamonti Largey (23.3.2020, Text)

 



 

 

Zurück zur Normalität

 

Nichts ist mehr wie es war.
Die Sehnsucht ist gross:

Zurück zur Normalität.

 

Jeden Tag eingespannt sein
in einem Job, den du vielleicht nicht liebst,
der dich körperlich und seelisch
bis aufs äusserste fordert.

Willst du das?

 

Oder willst du frei sein,
gehen und kommen wie du es möchtest,
dir Zeit nehmen
deine innersten Bedürfnisse wahrzunehmen.

 

Zurück zur Normalität:

 

Von einer Aktion zur nächsten taumeln,
tausend Dinge tun
die dich fernhalten
von der Wahrnehmung von dir und der Welt.

 

Willst du das?

 

Oder willst du Ruhe finden,
im Aussen wie im Innern
Deinen Träumen Raum geben,
damit sie aufsteigen können
aus verborgenen Tiefen.

 

 

 

 

 

 

 

Zurück zur Normalität:

 

Leute treffen
in Scharen dich besaufen
zudröhnen mit Aktivität
ohne dass ihr euch etwas zu sagen habt.

 

Willst du das?

 

Oder willst du wirkliche Begegnungen
mit Menschen, die dich wahrnehmen
sich interessieren
wie es dir wirklich geht.

 

Zurück zur Normalität:

 

Mobil sein nach Lust und Laune,
wilde Aktivität
Heute hier, morgen dort,
bloss nie bei dir.

 

Willst du das?

 

Oder willst du das Abenteuer wagen,
eine Reise zu dir selbst,
dich in der Natur bewegen
den reinen blauen Himmel geniessen
und Atem schöpfen.

 

Zurück zur Normalität:

 

Seifenblasenträume anhäufen,
haben und noch mehr haben
ohne jemals genug zu besitzen
um wirklich glücklich sein.

 

Willst du das?

 

Oder erkennst du dankbar
dass du schon alles hast
was du zur inneren Zufriedenheit brauchst,
und dir genug Nahrung und ein Dach über dem Kopf
genügen würden.

 

Zurück zur Normalität?
Oder wagen wir den Sprung
in eine neue Welt des Friedens
mit uns selber, unseren Mitlebewesen
und der ganzen Welt.

 

Nutzen wir die Krise als einmalige Chance,
so haben wir alle gewonnen!

 

 

 

 

 ©Mirjam Rigamonti Largey (25.3.2020, Text und Bild)